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380 Meter – und ein massiver Eingriff: Der Radweg Strub–Engedey auf dem Prüfstand

 

(UBB – 04.04.2026) - Der Ausbau des Radwegs zwischen Strub und Engedey wird von offizieller Seite als „Mosaikstein“ für das Radwegenetz gefeiert. Doch ein genauer Blick auf die Fakten zeigt: Dieses Projekt steht exemplarisch für ein Grundproblem – gut gemeinte Verkehrspolitik, die vor Ort zu massiven Eingriffen in Natur und Landschaft führt.

Ein kleines Stück – mit großer Wirkung

Der aktuelle Bauabschnitt Strub-Engedey ist gerade einmal rund 380 Meter lang – bei Kosten von etwa zwei Millionen Euro, finanziert durch die Bundesrepublik Deutschland (BRD). 

Doch was hier entsteht, ist kein „sanfter Radweg“, sondern ein technisch aufwendiges Bauwerk:

  • Zerstörung eines schönen beschatteten Wanderweges

  • Massive Eingriffe in den steilen Hang und den Bach

  • Ersatz des Baum- und Strauchbestandes durch Spritzbeton

  • Eine gigantische Materialschlacht mit unklarem Ausgang

  • Verankerungen und Geländeabtrag im steilen Hang

  • Die Anbindung des Radwegs im weiteren Verlauf ist noch unklar 
     

Selbst das Staatliche Bauamt räumt ein:
👉 „Es ist ein großer Eingriff in den Hang nötig.“ 

Vom Wanderweg zur gigantischen-Baumaßnahme

Ursprünglich handelte es sich um einen einfachen Wanderweg durch ein sensibles Landschaftsgebiet.


Heute entsteht daraus:

  • ein bis zu 2,5 bis 4,5 Meter breiter asphaltierter Weg 

  • mit deutlich reduzierter Steigung durch Serpentinen – technisch optimiert für den Alltagsradverkehr

  • ausgelegt für Räumfahrzeuge

👉 Das bedeutet:
Aus einem naturnahen Weg wird eine versiegelte Verkehrsinfrastruktur.

„Unschöne Einschnitte“ – selbst politisch eingeräumt

Bereits in früheren Diskussionen wurde offen ausgesprochen, was der Ausbau bedeutet:

  • „Die Strecke kollidiert zwar mit der Natur“ 

  • „unschöne Einschnitte“ seien unvermeidlich 

Auch im Gemeinderat wurde die Problematik erkannt:

  • Beleuchtung wurde u. a. aus Gründen des Insektenschutzes kritisch gesehen und auf den Anfang und das Ende des Weges beschränkt

  • gesetzliche Vorgaben zu Lichtverschmutzung wurden ausdrücklich angesprochen 

👉 Das zeigt:
Die ökologischen Bedenken waren bekannt – wurden aber letztlich dem Ausbau untergeordnet, auch weil die BRD sämtliche Kosten übernimmt – nach dem Motto „fremdes Geld ist leicht ausgegeben“.

Beton statt Versickerung

Der Steilhang ist kein beliebiger Raum – sondern ein sensibler Übergang zwischen Siedlung und Landschaft.

Der Ausbau bedeutet konkret:

  • Zerschneidung eines bislang naturnahen Bereichs

  • dauerhafte Veränderung des Landschaftsbildes

  • zusätzliche Versiegelung in steiler Hanglage

  • Eingriffe in Boden, Wasserhaushalt und Vegetation

  • Die Grundwasser Neubildung wird massiv gestört 

  • Die Bildung von nicht versickerbarem Oberflächenwasser wird forciert
     

👉 Besonders kritisch:
Die Maßnahme kann ungeahnte Auswirkungen bei Starkregenereignissen auf die Unterlieger des steilen Hangs haben. 

 

Fragwürdiges Verhältnis von Nutzen und Eingriff

Die zentrale Frage lautet:

👉 Steht der Nutzen dieses Projekts in einem angemessenen Verhältnis zum Eingriff?

  • 380 Meter Länge

  • enorme Baukosten

  • erhebliche technische Eingriffe

  • Die maximale Längsneigung beträgt abschnittsweise allerdings immer noch etwa 20%, weshalb man auch nicht von Barrierefreiheit sprechen kann. 

Gleichzeitig:

  • Radverkehr war bereits möglich (wenn auch stark eingeschränkt)

  • alternative Routen existieren im Talkessel

👉 Das wirft eine berechtigte Frage auf:
War dieser massive Ausbau wirklich notwendig – oder hätte eine deutlich schonendere Lösung genügt? 

 

Grundsatzproblem: „Radweg ist gut“ - reicht nicht aus

Die UBB steht klar für:

  • Förderung des Radverkehrs

  • sichere Verkehrsführung
     

Aber ebenso klar gilt:
👉 Vermeintlicher Klimaschutz darf nicht gegen Naturschutz ausgespielt werden.

Der Ausbau in Strub-Engedey zeigt ein strukturelles Problem:

  • Projekte werden pauschal als „ökologisch sinnvoll“ bewertet

  • konkrete Eingriffe vor Ort werden kaum hinterfragt

Fazit der UBB

Der Radweg Strub–Engedey ist kein Paradebeispiel nachhaltiger Mobilität – sondern ein Beispiel dafür, wie gut gemeinte Ziele falsch umgesetzt werden.

👉 Wir sagen klar:

  • Ja zum Radverkehr

  • aber Nein zu unverhältnismäßigen Eingriffen in Natur und Landschaft

 

Unsere Forderung

Für zukünftige Projekte braucht es:

  • klare Priorität für bestehende Trassen

  • verbindliche Kriterien für Flächensparen und Naturschutz = Klimaschutz

  • echte Prüfung von Alternativen

  • transparente Abwägung zwischen Nutzen und Eingriff
     

👉 Nicht jeder Radweg ist automatisch nachhaltig. 

Naturschutz oder Bautätigkeit_.png

Ein hydrologisches Gutachten wurde erstellt, ist öffentlich jedoch nicht zugänglich. Bleibt zu hoffen, dass sich die Ausbaumassnahme des Stangerriegelbachs bezüglich der  künftigen Starkregenereignisse als ausreichend erweist.

Vergangenheit vs. Gegenwart des Stangerriegelbachs.png

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