Rückblick auf eine Erfolgsgeschichte –
Ein Meilenstein für das Altenheim FELICITAS
„Das Wunder von Stanggaß: Wie bürgerschaftliches Engagement ein Zuhause rettete“
(UBB 01.02.2026) - Blickt man heute auf die Geschichte des Caritas-Altenheims St. Felicitas zurück, erinnert man sich an eine Zeit, in der die Zukunft dieser Einrichtung am seidenen Faden hing. Aus heutiger Sicht steht fest: Ohne den massiven bürgerschaftlichen Widerstand im Jahr 2015 gäbe es St. Felicitas in seiner heutigen Form nicht mehr.
Mut, der von innen kam
Der Erfolg der damaligen Rettungsaktion war kein Zufall. Er gründete auf dem entschlossenen Auftreten vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger – und auf dem Mut Einzelner, die ihre Stimme erhoben. Besonders hervorzuheben ist Erika Sachsenröder, langjährige Bewohnerin des Heims. Mit großer Offenheit und persönlicher Betroffenheit trat sie öffentlich für den Erhalt von St. Felicitas ein und machte deutlich, dass es hier nicht um abstrakte Planungen, sondern um Menschen und ihr Zuhause ging. Ihr Auftreten verlieh dem Protest Glaubwürdigkeit und eine eindringliche Stimme von innen.
Die Kraft der Unterschriftensammler
Getragen wurde der Widerstand von einer außergewöhnlich breiten Bewegung aus der Bürgerschaft. Sehr zahlreiche Unterschriftensammler führten Gespräche, warben um Unterstützung und machten den drohenden Verlust des Heims weit über die Gemeindegrenzen hinaus sichtbar.
Als Sprecher dieser Unterschriftensammler trat Paul Grafwallner hervor. Er bündelte die Anliegen der vielen Engagierten und verlieh dem Protest eine klare und beharrliche Stimme gegenüber Öffentlichkeit und Entscheidungsträgern.
3.642 Unterschriften – ein unüberhörbares Signal
Insgesamt 3.642 Menschen unterzeichneten die Forderung nach dem Erhalt von St. Felicitas. Diese Zahl steht bis heute sinnbildlich für den außergewöhnlich starken Rückhalt in der Bevölkerung. Die Unterschriftensammler machten unmissverständlich klar, dass soziale Verantwortung, Würde und Menschlichkeit nicht hinter reinen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen zurückstehen dürfen.
Unterstützung kam auch aus kirchlichen Kreisen: Monsignore Dr. Thomas Frauenlob unterstrich öffentlich die soziale und moralische Bedeutung des Heims für Bischofswiesen und die gesamte Region. Sein gewichtiges Wort – getragen von der deutlich wahrnehmbaren Stimmung in der Gesellschaft – gab vielleicht sogar den entscheidenden Ausschlag dafür, dass die kirchliche Institution Caritas von ihren damaligen Abriss- und Rückzugsplänen abrückte.
Ein Erfolg mit nachhaltiger Wirkung
Am Ende zeigte der gemeinsame Einsatz aber
großartige Wirkung. Die Caritas rückte von
ihren Abriss- und Rückzugsplänen ab. Da-
mit wurde der Grundstein für spätere Diskus-
sionen über Erhalt, Neubau und Weiterentwick-
lung der Einrichtung gelegt. Auch wenn Her-
ausforderungen – etwa die Parkplatzsituation
an der Sonnleitstraße – bis heute nicht voll-
ständig gelöst sind, steht eines außer Zweifel:
St. Felicitas wurde durch das entschlos-
sene Handeln der Bürgerschaft vor dem
Verschwinden bewahrt. Die Sanierung im
Bestand ist das erklärte Ziel. Die Bewohner
und Mitarbeiter möchten sich nicht an ein-
en anderen Standort und damit an den
Rand abdrängen lassen. Immerhin hat die
Felicitas über den Talkessel hinaus einen ausgezeichneten Ruf.
Heute kann die Gemeinde mit Stolz auf diesen Abschnitt ihrer Geschichte zurückblicken. St. Felicitas ist ein lebendiger Ort geblieben – und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass eine engagierte Gesellschaft Verantwortung übernehmen und konkrete Veränderungen bewirken kann.

Die Freude war sehr groß - das Thema fand auch beim Berchtesgadener Anzeiger breiten Raum. Quelle https://www.berchtesgadener-anzeiger.de/region-und-lokal/lokales-berchtesgadener-land_artikel,-wir-sind-ueberwaeltigt-_arid,201602.htmlß0p

