Mehr Frauen für Bischofswiesen
(UBB 21.02.2026) - Die Wahlveranstaltung der Unabhängigen Bürgervereinigung Bischofswiesen (UBB) im Gasthof Schönfeldspitze begann mit einer kurzen Vorstellung der anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten.
Anschließend übernahm Bürgermeisterkandidatin Rita Poser und erklärte ihre Intention für die Kandidatur. Mehr Frauen in der Politik würden auch andere Frauen ermutigen, sich politisch zu engagieren, und könnten helfen, die Strukturen frauenfreundlicher zu gestalten. Unter der Zustimmung der Anwesenden postulierte sie, dass wir Frauen mindestens genauso fähig sind wie die vier kandidierenden Männer. Auch die UBB-Liste wechselt zwischen Frauen und Männern durchgängig ab. Noch-Gemeinderatsmitglied Sepp Stanggassinger schon vor einigen Jahren angekündigt, dass er nicht wieder kandieren möchte. Trotzdem hat er mit einigen Projekten ein Zeichen für Natur und Umwelt gesetzt. Beispiele sind die Infotafeln und Pflanzungen am Ortseingang, der Schulgarten oder den jetzt ins Visier genommenen Bienenweg, dem aber noch die blühenden Wiesen fehlen. Die Arbeit für die Artenvielfalt wird also auch in Zukunft nicht ausgehen.
Fortzuführen gilt auch die von Bürgermeister Thomas Weber angestoßenen Initiative für erneuerbaren Energie, insbesondere Photovoltaik und deren Speicherung. Hier ist eine deutlich schnellere Umsetzung wünschenswert, denn diese Investition ist eine der wenigen mit der Energiekosten für die Gemeinde reduziert werden können. Insgesamt soll aus Sicht der UBB’ler mehr Energie in der Gemeinde erzeugt werden um so die Wertschöpfung vor Ort zu stärken. Damit wäre auch ein Punkt gegen Wirtschaftsministerin Reiche gesetzt, die lieber mehr Flüssiggas von Trump kaufen will.
Erfreulich ist, dass der Schulneubau so gut wie fertig ist und nur der Pausenhof – jetzt eine trostlose Asphaltfläche – noch gestaltet werden muss.
Bei der Wahlveranstaltung im Gasthof Schönfeldspitze wurde klar: Zur Stärkung unserer Demokratie muss es mehr Bürgerbeteiligung geben und auch den Schülern könnte ein Mitspracherecht eingeräumt werden, um ihnen mehr Wertschätzung entgegenzubringen.
Die Welt ist im Umbruch – in einem Tempo, das sich von uns nicht bestimmen läßt.
Wohnprojekte und Kurklinik Stanggaß
Das Thema Wohnen steht seit vielen Jahren
auf der Agenda der Parteien aber zum Posi-
tiven geändert hat sich bisher nur die Rendite
der meisten Immobilienbesitzer durch ständig
steigende Mieten, die bezahlbaren Wohnraum
zum knappen Gut machen. Dabei gibt es viele
Leerstände und ein großes Defizit, weil Sozial-
wohnungen nach 20 Jahren aus der Bindung
herausfallen. Hier muss der Gesetzgeber tätig
werden, denn das ist kein Naturgesetz. Mit
dem Bau-Turbo begeistert sich die Baumini-
sterin, aber hier ist allergrößte Skepsis ange-
bracht, denn die schnellere Umsetzung ist
nicht auf bezahlbaren Wohnraum beschränkt,
sondern umfasst alle Bereiche. Angesichts
der Rendite für Bodenspekulanten wird sich hier kaum etwas verbessern, denn inzwischen weiß jeder wie schwierig es ist, eine erkleckliche Anzahl günstigen Wohnraums vor allem bei privaten Investoren unterzubringen. Der Burgergraben ist eine löbliche Ausnahme, da hier 132 bezahlbare Wohnungen durch Bayernheim entstehen sollen. Diese Wohnbaugesellschaft hatte Ministerpräsident Söder gegründet, nachdem er 31.000 staatliche Wohnungen meistbietend an Luxemburger Immobiliengesellschaften verkauft hatte. Allerdings, darauf wies ein Teilnehmer hin, gibt es pro Wohneinheit am Burgergraben nur 0,5 Stellplätze. Da wird es noch Klärungsbedarf geben.
Bürgerzentrum: Nein zur Abrissbirne
Die UBB lehnt den geplanten teuren Neubau eines Bürgerzentrums auf der jetzt als Parkplatz genutzten Fläche ab. Nachdem historische Gebäude in Bischofswiesen rar sind, gehörte die UBB zu den Kritikern des Abrisses des alten Rathauses. Und auch der Bau des Neuen Rathauses /Bürgerzentrum kann unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten nicht befürwortet werden. Mit Sanierung und einem funktionellen Anbau kann das Rathaus in Zeiten von Homeoffice, Digitalisierung , Online-Diensten und sehr knapper Kassen für die Zukunft gerüstet werden ohne großen Flächenvebrauch.
Götschen: Vernunft statt Ignoranz
Auch am Götschen fordert die UBB den bestehenden Beschneiungsteich zu sanieren statt die Größe von 4.500m³ auf 15.000m³ zu erhöhen, obwohl unverändert nur 40.000m³ Wasser für die Beschneiung zur Verfügung stehen, gewünscht waren wegen des Klimawandels und der geringen Höhe 70.000m³auch. Bisher konnten die Argumente der Befürworter das Gericht nicht überzeugen, denn Wasserknappheit und die geringe Höhe des Skigebietes lassen sich nicht durch einen größeren Teich verändern.
Landschaft ist kein Steinbruch auf Vorrat
Laut Regionalplan liegt die Abbaufläche nicht in einem Vorranggebiet für Abbau sondern einem Vorranggebiet für Landschaft. Darüber hinaus gibt es das FFH-Gebiet Untersberg, zahlreiche Biotope und Schutzwald, die alle bei einer Erweiterung betroffen sind. Besonders negativ ist der herausragende Eingriff in das Landschaftsbild für den gesamten Talkessel, die umliegenden Berggipfel und Wanderrouten und besonders für den Ort Bischofswiesen. Fakt ist auch, dass der Abbau immer schneller voranschreitet und es längst nicht mehr nur um regionalen Bedarf geht. Bei der letzten Erweiterung stimmte noch die Mehrzahl der Gemeindevertreter aus o.g. Gründen dagegen, inzwischen ist die Kritik weitgehend verhallt und das Abbaukarussell dreht sich immer schneller. Unter diesem Aspekt ist die beantragte Abbaumenge von 2 Millionen Kubikmeter für die nächsten 45 Jahre nicht glaubhaft, da seit 2006 jährlich ca. 51.000 Kubikmeter abgebaut wurden, obwohl die genehmigte Menge bei 25.000 Kubikmetern lag und bis 2031 ausreichend sein sollte. Nun ist bereits seit 2024 die Abbaugrenze erreicht und es geht weiter in die Tiefe.
Landschaftsbild, Biotopschutz und Naturraum sind keine verhandelbaren Größen.
Die Zerstörung unserer Heimat darf nicht scheibchenweise normalisiert werden.
Seniorenheime sichern – soziale Verantwortung ernst nehmen
Der Landkreis Berchtesgadener Land weist das niedrigste Rentenniveau in ganz Bayern auf. Das ist eine soziale Realität, die man nicht ignorieren darf.
Gerade deshalb fordert die UBB die Sicherung unserer Seniorenheime Seniorenheim St. Felicitas und Augustinum Berchtesgadener Land. Diese Einrichtungen sind keine Spekulationsobjekte, wie im Augustinum z.T. schon geschehen, sondern sie sind Heimat für ältere Menschen und ihr langfristiger Bestand muss gesichert werden.

Nach dem Abriß der 36 Wohneinheiten im Frühjahr 2024 sollen mit Baubeginn im April 2026 insgesamt 132 geförderte Wohnungen entstehen
