Vita
Nach dem Chemiestudium an der Technischen Hochschule in Merseburg führte ihr beruflicher Werdegang über die Leuna-
und Bunawerke zum Amt für Standardisierung, Meßwesen und Warenprüfung (ASMW). Nachdem sie 1989 über Ungarn die ehemalige DDR mit ihrem Sohn verließ und nach Bayern übergesiedelt war, wählte sie den Landkreis Coburg als neuen Wirkungskreis. Zunächst war sie in der Gemeinde Ahorn als Umweltreferentin tätig.
Die Diplom Chemikerin (FH) Rita Poser arbeitete von 1997 bis 2004 an verschiedenen Projekten der Bundesanstalt für Ernährung- und Lebensmittelforschung in Kulmbach. Schwerpunkte der Forschungsarbeit waren Gentechnik und Eiqualität. Ehrenamtlich engagierte sie sich zunächst bei Greenpeace und fand nach kurzer Zeit zum Bund Naturschutz (BN). Sie war
dort Coburger Kreisvorsitzende von 1992 bis 2005 und gehörte von 2000 bis 2004 dem BN-Landesvorstand an. Als einen
großen Erfolg der gemeinsamen Arbeit wertet sie ein 24 ha großes Naturschutzgebiet anstatt einer dort geplanten
Mülldeponie und zwar von bayernweiter Bedeutung für Wildbienen und Grabwespen. Auch ein erfolgreiches Bürgerbegehren
für einen der ersten Kreisverkehre in Bayern bei Neustadt fand große Beachtung. Als langjährige Vorsitzende des Vereins
"Das bessere Verkehrskonzept" musste sie sich schließlich den politischen und richterlichen Entscheidungen beugen und den jahrelangen Kampf gegen den Neubau der Thüringer Waldautobahn A 73 und die ICE-Trasse durch den "Gottesgarten" am Obermain beenden. Als parteiloses Mitglied der Grünen Fraktion gehörte Rita Poser von 2002 bis 2005 dem Coburger Kreistag an und war zuletzt, bis zu ihrem Umzug in das Berchtesgadener Land, auch ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht Bayreuth.
Auf einer Fachtagung des BN im Kur- und Kongresshaus
Berchtesgaden lernte sie 2003 ihren späteren Ehemann Paul
Grafwallner, den BN-Ortsvorsitzenden von Berchtesgaden
kennen und lebt seit 2005 mit ihm zusammen in Bischofswiesen.
Seither engagiert sie sich in der Kreisgruppe Berchtesgadener
Land des BN und ist seit 2007 Kreisvorsitzende.
Schon bald wurde sie auch für den Deutschen Naturschutz Ring
(DNR) Mitglied im Beirat des Nationalpark Berchtesgaden und
übt diese Berufung bis heute aus. Seit Gründung des
Landschaftspflegeverband Berchtesgadener Land ist sie für die
regionalen Naturschutzverbände Vorstandsmitglied. Seit 2015
unterstützt sie ehrenamtlich den Vorstand der "Dr. Heinz und
Maria Loewe-Stiftung". Als größte Erfolge für den Natur- und
Umweltschutz im südlichen Landkreisteil wertet sie am Jenner
noch umfangreichere Eingriffe in Natur und Landschaft
verhindert zu haben, ebenso Vergrößerung des
Beschneiungsteichs am Götschen, die Kleinwasserkraftanlagen am Felsentor und in der Tristramschlucht, sowie die deutliche Vergrößerung des Abbaus am Steinbruch Heitauer. Beim erfolgreichen Bürgerentscheid "Kressenfeld" wirkte sie 2012 federführend mit. Die "Villa Schön" in Berchtesgaden wäre längst eine Eigentumswohnungsanlage geworden, die sich nur
wenige Einheimische hätten leisten können. Jetzt gehört sie dem Freistaat Bayern und wird vom Nationalpark Berchtesgaden genutzt. Zusammen mit anderen Naturschutzverbänden konnte sie verhindern, dass am Watzmannhaus in der Kernzone des Nationalparks ein futuristisch anmutender Anbau errichtet wurde und hinsichtlich der geplanten Infrastrukturmaßnahmen auf Kühroint ist sie guter Dinge ebenfalls beim Verwaltungsgericht Erfolg zu haben und die Eingriffe zu minimieren. Der konzipierte Startturm für Herrenrodel an der Kunsteisbahn Königssee hätte abgesehen von den Kosten mit den geplanten 23 Metern das Landschaftsbild am Königssee ebenso stark negativ beeinträchtigt wie der Mega-Hotel-Komplex am Eingang des Königssees. Der Startturm ist Geschichte, hinsichtlich des Hotelneubaus wird gemeinsam nach einer verträglichen Lösung gesucht. Der Forstbetrieb Berchtesgaden musste sein Vorhaben, im Außenbereich ein neues Forsthaus zu errichten aufgeben und scheiterte mit seinen Planungen zunächst in Bischofswiesen, dann in Schönau a. Königssee.

Rita Poser - setzt sich für alte Bäume ein.


